WdJ 2016

Schloss Hubertusburg

August der Starke gab am 03. November (Hubertustag) 1721 den Befehl zum Neubau einer Schlossanlage für seinen Sohn, den damaligen Kurprinzen. Die weitläufige Schlossanlage wurde in zwei Bauphasen errichtet. Von 1721 bis 1724 entstand zunächst eine dreiflüglige Schlossanlage. Bedeutende Erweiterungen und Veränderungen erfolgten von 1743 bis 1752. Die Jagdresidenz Hubertusburg war nicht nur eine der bedeutendsten Residenzen des 18. Jahrhunderts in Deutschland, sondern ist auch heute noch eines der größten Jagdschlösser Europas und das größte Schloss in Sachsen. Als August III. 1733 die Nachfolge seines Vaters August dem Starken antrat, machte er Schloss Hubertusburg zur zweiten Residenz des sächsischen Hofes.

 

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Die Hubertusburg ist eines der größten Jagdschlösser Europas und das größte Schloss Sachsen.
Hier wurden im 18. Jahrhundert prunkvolle Parforcejagden und rauschende Feste abgehalten. (Foto: Andreas Schmidt)

 

 

Mit dem Ausbruch des Siebenjährigen Krieges 1756 endete das höfische Leben auf Schloss Hubertusburg. Sachsen wurde zum Kriegsschauplatz und August III. musste vor der Bedrohung durch den Preußenkönig nach Warschau fliehen. Das Schloss Hubertusburg wurde bereits wenige Jahre nach seiner Fertigstellung 1761 restlos geplündert. Schließlich kamen die Kriegsteilnehmer Preußen, Österreich und Sachsen zu Friedensverhandlungen auf Schloss Hubertusburg zusammen. Durch den „Frieden von Hubertusburg“, der 1763 den Siebenjährigen Krieg beendete, ging das Schloss in die europäische Geschichte ein.

 

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Auch in der Dämmerung hat die Hubertusburg ihren ganz eigenen Reiz. (Foto: Andreas Schmidt)

 

Die nach 1763 wieder instand gesetzten Gebäude der Hubertusburg beherbergten lange Zeit ein Militärmagazin und eine Steingutmanufaktur. Während des Befreiungskrieges 1813 war die Hubertusburg sächsisches und französisches Lazarett; später wurde sie als Landesgefängnis und für soziale Einrichtungen genutzt. Schloss Hubertusburg diente im Zweiten Weltkrieg wieder als Lazarett und Unteroffiziersvorschule. Nach Kriegsende wurde ein Krankenhaus mit psychiatrischer Abteilung gebildet. Heute werden Führungen durch den Freundeskreis Schloss Hubertusburg e.V. angeboten.